“Fri Rex” – Rechte Bekleidungsmarke aus dem Lahn-Dill-Kreis

Beim Rechtsrockkonzert „Back to the Roots“ am 23.03. in Ostritz waren unter den Anwesenden eine Gruppe um die Ehringshausener Florian Witzani und Rebecca Mathes. Mehrere Personen der Gruppe trugen Kleidungsstücke der Marke „Fri Rex“: eine Marke die von Witzani angemeldet wurde und von Rebecca Mathes vertrieben wird. Witzani ist bereits in der Vergangenheit mehrfach in der extremen Rechten im Lahn-Dill-Kreis aufgefallen.

Im Frühjahr 2018 meldete Witzani die Marke „Fri Rex“ an, auf der dazugehörigen Homepage mit dem Zusatz „German Brand“ versehen. Laut Impressum ist Rebecca Mathes Betreiberin des dazugehörigen Shops. Hier werden neben Shirts und Pullovern, auch Tassen oder Kappen der Marke angeboten. Die meisten Kleidungsstücke sind mit dem Schriftzug der Marke versehen und sind der Aufmachung und Ästhetik einiger „Thor Steiner“-Kleidungsstücke nicht unähnlich. Darüber hinaus gibt es auch einzelnen Kleidungsstücke, deren Aufdruck deutlich völkisch-nationalistisch zu interpretieren sind. So wird zum Beispiel ein Shirt mit dem Aufdruck 10.12.1812 angeboten, auf dem auch Bezug auf die „Konvention von Tauroggen“ genommen wird, Ein Waffenstillstandsvertrag aus dem Jahre 1812, in dessen Folge sich Teile der preußischen Bevölkerung bewaffneten und gegen Frankreich Krieg führten. Auch der Name der Marke selbst hat einen geschichtlichen Hintergrund und verweist auf „Fridericus Rex“ (lateinisch „König Friedrich“). Die Bezugnahme auf Preußen bzw. dessen König und militaristische Affinität passen ins Weltbild. Ebenso, dass die Glorifizierung von König Friedrich II ihren Höhepunkt im Nationalsozialismus erlangte. Die NS-Propaganda bezeichnete ihn damals nicht nur als „ersten Nationalsozialisten“, Friedrich und seine Gefolgsleute wurden auch zum Inbegriff deutscher Disziplin, Standhaftigkeit und Vaterlandstreue stilisiert.

       
Witzani und Co in “Fri Rex”-Kleidung in Ostritz  – “German Brand” – Anmeldung der Marke

Bereits vor 10 Jahren war Witzani in neonazistischen Kreise anzutreffen, feierte in den gleichen Kneipen, war mit Neonazis über soziale Netzwerke verbunden. In den folgenden Jahren nahm er an mehreren Kundgebungen und Aufmärschen der NPD, vor allem in Wetzlar, teil. Beim Naziaufmarsch in Bad Nenndorf 2014 lief Witzani mit Fiona Schröder (FSN-Dieburg) und Philip Anderle (Anti-Antifa-Wetzlar) auf. Letzterer wurde 2010 zu einer knapp 4-jährigen Haftstrafe wegen seiner Beteiligung an einem Brandanschlag in Wetzlar verurteilt. Anderle war mit drei weiteren Neonazis zu dem Haus eines kirchlichen Sozialarbeiters gefahren, welcher sich gegen die rechten Umtriebe in Wetzlar engagierte. Es flog ein Molotowcocktail und die Tür fing Feuer. Nachbarn entdeckten das Feuer frühzeitig, es wurde von den 5 im Haus befindlichen Personen niemand verletzt.

Neben der Teilnahme an NPD-Veranstaltungen war Witzani an der erstmaligen Gründung einer Ortsgruppe der „Identitären Bewegung“ im Lahn-Dill-Kreis beteiligt. Auf einem Foto von der Gründungsveranstaltung im September 2014, waren neben ihm noch mindestens 3 weitere Personen aus dem Dunstkreis der NPD unter den 10 anwesenden. Nennenswerten Aktionismus entfaltete die Gruppe jedoch nicht. Gemeinsam mit Rebecca Mathes besuchter er am 7. Mai 2016 das Rechtsrock-Konzert „Rock für Identität“ im thüringischen Hildburghausen. Zu der 5-köpfigen Reisegruppe gehörten neben den beiden noch Sascha Monno, Frank Eichert und Stefan Schnell, die alle der harten Naziszene abseits der NPD im Lahn-Dill-Kreis zuzurechnen sind. Zuletzt tauchten Mathes und Witzani am 23.03. in Ostritz bei dem von Thorsten Heise organisierten Rechtsrock-Konzert „Back to the Roots“ auf. Witzani und eine weitere Person aus der Gruppe trugen dort Kleidungsstücke von „Fri Rex“ zur schau.

      
Witzani bei der Gründung der ersten IB-Gruppe im LDK und beim Naziaufmarsch am 22.04.2017 – Mathes und Witzani mit mehreren Neonazis aus dem LDK beim Rechtsrockkonzert in Hildburghausen 2016

Ziel von Witzani und Mathes wird es sicher auch gewesen sein, ihre Bekleidung in Ostritz einem größeren Szenepublikum zu präsentieren. Ihren Vertrieb haben sie unterdessen bereits semiprofessionell aufgestellt, so lassen sich die Kleidungsstücke nicht nur auf der Homepage ihres Shops bestellen, sondern auch bei Amazon. Ob es der Marke allerdings gelingen wird sich wie „Thor Steinar“ oder „Erik and Sons“ als Szene-Marke zu etablieren bleibt abzuwarten. Einzelne Motive im Sortiment von „Fri Rex“ scheinen auf alle Fälle darauf abzuzielen

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