Auf der Suche nach einer Bewegung: Vom Tatort zum Internet-Papiertiger

June 2nd, 2020 by drai

Seit einigen Wochen tauchen in vielen Stadtteilen Frankfurts Aufkleber der sogenannten Jungen Bewegung (JB) auf. In einer Frankfurter U-Bahn prahlte eine Personengruppe, dass am Folgetag irgendwas in der Stadt passieren solle. Mehr als ein paar verklebte Sticker und Fotos im Netz steckte nicht hinter der vermeintlich krassen Aktion. Es ist symptomatisch, dass solche Aktivitäten als große Aktion mit dementsprechender Veröffentlichung bezeichnet werden. Content für soziale Netzwerke – und natürlich zur Selbstbespaßung einer fiktiven Bewegung und deren AnhängerInnen.
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Schlitzer, Nazitattoos und „Old Brothers“

November 28th, 2019 by drai

In Florstadt in der Wetterau hat vor einigen Monaten ein neues Tattoo-Studio eröffnet. Der Betreiber ist in der Region einschlägig bekannt. Patrick Wolf erlangt vor etwa acht Jahren überregional Bekanntheit, nachdem Neonazis von seinem Grundstück stürmten, einen Nachbarn angriffen und anschließend ein Video davon im Netz kursierte. Hinzu kamen perfide Partys, sowie das martialische Auftreten von Wolfs Gruppe „Old Brothers“. Parallel macht er zu dieser Zeit Geschäfte; verkauft Neonazishirts, betreibt einen Tattoo-Laden, sowie ein Taxiunternehmen. Als dies offenbar nicht ausreicht, versuchte sich Wolf im Drogengeschäft, was ihm schließlich, in Verbindung mit weiteren Taten, eine mehrjährige Haftstrafe einbringt. Nun scheint Patrick Wolf mit der Neueröffnung des Tattoo-Studios in seinem Wohnhaus in Florstadt an sein altes Leben anzuknüpfen.

2007 kauft Patrick Wolf im Echzeller Ortsteil Gettenau in der Wetterau eine Hofreite. Hier sollen in den kommenden Jahren zahlreiche Partys, vor allem für die rechte Szene stattfinden und ein Tattoo-Studio entstehen. Wolf schwingt sich schnell zum Anführer der „Old Brothers“ auf. Einen Zusammenschluss von neonazistischen Skinheads aus der Wetterau. Wolf selbst umgibt sich mit dem Mythos, als Jugendlicher einen Migranten mit dem Messer niedergestochen zu haben. Daher kommt auch sein Spitzname „Schlitzer“, den er stolz vor sich herträgt.
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“Fri Rex” – Rechte Bekleidungsmarke aus dem Lahn-Dill-Kreis

August 12th, 2019 by drai

Beim Rechtsrockkonzert „Back to the Roots“ am 23.03. in Ostritz waren unter den Anwesenden eine Gruppe um die Ehringshausener Florian Witzani und Rebecca Mathes. Mehrere Personen der Gruppe trugen Kleidungsstücke der Marke „Fri Rex“: eine Marke die von Witzani angemeldet wurde und von Rebecca Mathes vertrieben wird. Witzani ist bereits in der Vergangenheit mehrfach in der extremen Rechten im Lahn-Dill-Kreis aufgefallen.

Im Frühjahr 2018 meldete Witzani die Marke „Fri Rex“ an, auf der dazugehörigen Homepage mit dem Zusatz „German Brand“ versehen. Laut Impressum ist Rebecca Mathes Betreiberin des dazugehörigen Shops. Hier werden neben Shirts und Pullovern, auch Tassen oder Kappen der Marke angeboten. Die meisten Kleidungsstücke sind mit dem Schriftzug der Marke versehen und sind der Aufmachung und Ästhetik einiger „Thor Steiner“-Kleidungsstücke nicht unähnlich. Read the rest of this entry »

Die Partei „die Rechte“ in Hessen

July 14th, 2019 by drai

Über den Aufbau neuer Strukturen und den geplanten Aufmarsch in Kassel

Wegen angeblicher „Hetze gegen Rechts“ will die Partei „die Rechte“ am 20. Juli durch Kassel marschieren. Erst vor einigen Wochen stellte sich der Landesverband der Partei, die bisher in NRW die meiste Relevanz besitzt, in Hessen neu auf. Die neuen Funktionäre stammen aus dem nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Die neonazistische Partei „die Rechte“, welche seit Bestehen vor allem durch Provokationen mediale Präsenz erreicht, bleibt bei ihrer Strategie und mobilisiert ihre AnhängerInnen am 20. Juli nach Kassel. Den Aufmarsch nennt die Partei den Start einer „Gegenoffensive“, um der angeblich medialen Hetze gegen rechte Positionen im Nachgang der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke entgegen zu treten. Tatsächlich tut die Partei mit dieser Demonstration unverhohlen ihr Unterstützung für den Mörder Stephan Ernst kund und wählt erneut das Mittel von Provokation und Bedrohung. Mittlerweile wird dazu aufgerufen den Aufmarsch zu verhindern [Link].
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Kategorie C am 31.08.2019 im Raum Frankfurt

June 21st, 2019 by drai

Für den 31.August wird für ein Balladenabend mit der Rechtsrockband Kateogie C im Raum Frankfurt geworben. Eigentlich hatte die Band für den morgigen Samstag (22.06.19) ihr Abschiedskonzert angekündigt. Dieses soll auf dem „Schild und Schwert“-Festival im sächsischen Ostritz stattfinden. Die „Balladenabende“ scheinen von der Auflösung nicht betroffen zu sein.
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Die Roten Westen der NPD

May 23rd, 2019 by drai

Inszenierter Aktionismus: NPD “schützt” Menschenleere Wetzlarer Innenstadt

Seit einigen Monaten tauchen regelmäßig Bilder in den Sozialen Netzwerken auf, die suggerieren sollen, dass Personen sogenannte Schutzzonen durch „Streifengänge“ in verschiedensten Städten realisieren. Auf den Bildern sieht man in der Regel Männer (von hinten) in roten Westen mit dem Logo und der Aufschrift „Schutzzone“ vor bekannten Orten der jeweiligen Stadt. Vor allem in Offenbach wurde der Beitrag beispielsweise klar mit rassistischen Aussagen gespickt, in dem die Verfasser sich latent als Tabubrecher stilisieren und auf eine Migrant*innen-Dichte hinweisen. Somit soll das Konzept der Bürgerwehr zum Schutz derdeutschen Bürger“ gerechtfertigt werden. Erste Bilder tauchten bereits im Juni 2018 auf. Inhaber der Seite ist der NPD-Vorsitzende Frank Franz. Im Impressum der Internetseite ist die Anschrift der NPD-Parteizentrale in Berlin angegeben. In einem Onlineshop gibt es darüber hinaus „Schutzzonen-Merch“ und verschiedene Materialien die zur finanziellen Unterstützung der Kampagne dienen sollen.

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Kampfsport – Security – Neonazi

February 15th, 2019 by drai

Am 23. Februar findet in Wetzlar das Kampfsportevent „Championsday 2019“ statt. Für die Veranstaltung hat sich auch Kevin Kohl angekündigt, ob als Zuschauer oder Kämpfer war bis zuletzt nicht zu klären. Kevin Kohl fiel zuletzt auf weil er beim Training mit einem „Combat18“-Shirt posierte. Kohl ist kein Unbekannter, er betreibt die Firma „Sense of Security“, welche im vergangen Jahr bei einer Rechtsrockveranstaltung engagiert war.

Für dem „Championsday 2019“ am 23.2. in Wetzlar kündigt sich Kohl auf Facebook an. Aufgefallen ist er, weil er auf einem Bild beim Training ein „Combat 18“-Shirt trägt. Das Shirt ist zwar kein Beleg für eine Mitgliedschaft, aber es ist ist doch eine eindeutige Sympathiebekundung für das Terror-Affine Netzwerk, welches sich bereits in den 1990er Jahren als den bewaffneten Arm des 2000 verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ begriff. Und es zeigt deutlich wo sich Kohl politisch verortet. Read the rest of this entry »

Der Prophet mit dem Ballermann – Unterwegs im Auftrag der AfD

October 25th, 2018 by drai

Am Sonntag den 21.10.2018 zog der 61-jährige Zahid Kahn, der als Wahlkämpfer für die AfD in Frankfurt Seckbach unterwegs war, eine scharfe, geladene Waffe und bedrohte damit einen Anwohner, der gegen die Verteilung von AfD-Propaganda in seinem Wohnviertel protestiert hatte. Nachdem die „Junge Welt“ über den Angriff berichtet hatte, berichteten am Dienstag weitere Medien.Wie unterschiedliche Medien berichten, scheint der
61-jährige Prophet eine Lizenz zum Tragen einer Schusswaffe zu besitzen. Doch wer ist eigentlich Zahid Kahn und in welcher Verbindung steht er zu AfD?

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Ja wat denn?

August 14th, 2018 by drai

Nachdem der geplante Grossevent in Wetzlar nicht als Gradmesser für den Zustand der hessischen NPD herhalten konnte, werden die Aufmärsche der letzten Wochen in Büdingen und Wetzlar, sowie das Sommerfest der neonazistischen Partei dafür herangezogen.

Jagsch und Hantusch hoffen auf Hilfe

Am 29.6. mobilisierte die NPD nach Büdingen, eine nach ihre Lesart „Hochburg“ der Partei. Anlass war der Rechtsstreit um die Zahlung der Franktionsgelder. Diese wurden durch die Stadtverordnetenversammlung Büdingen mit Verweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gestrichen. Nun entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass die Franktionsgelder weiter gezahlt werden müssen. In Feierlaune zeigt sich die NPD an diesem Tag trotzdem nicht, gerade mal 23 Personen waren dem Aufruf gefolgt, fast alle Funktionäre, alle Männer. Ein ähnliche Bild bot sich am 20.7. in Wetzlar-Naunheim. 28 Personen der NPD wollten beim Oberbürgermeister Wagner vors Haus ziehen, um erneut ihren Unmut über die geplatzte Hallenveranstaltung in Wetzlar kund zu tun.
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Burschenschaften – Verbindungen – Neonazis

June 2nd, 2018 by drai

Am 10. Mai. trafen sich auf Einladung der „Straßburger KDStV Badenia zu Frankfurt“ am Paulsplatz in Frankfurt ein reaktionärer Haufen von Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Burschenschaften. Der alljährlich – an Himmelfahrt – stattfindende „Vatertags-Frühschoppen“ bekam dieses Jahr im Vorfeld lokale mediale Aufmerksamkeit. Grund dafür war die Überschneidung des Besäufnisses mit einer Veranstaltung des „Vereins der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) zu Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933. Sowohl die „Straßburger KDStV Badenia zu Frankfurt“ als auch der VVN-BdA wollten ihre Veranstaltung auf dem Römer abhalten.

Das damals im Raum stehende Szenario war kaum an Zynismus zu überbieten; die Bücherverbrennungen 1933 wurde von der „Deutschen Studentenschaft“ initiiert und organisiert. In vielen Städten waren es Burschenschaften, Landsmannschaften oder andere Studentenverbindungen die dem Exzess einen „feierlichen“ Rahmen gaben. In Frankfurt fand die Bücherverbrennung am Römerberg statt, eben an dem Ort an dem die Verbindungen feiern wollte. Letztendlich wurde das Fest zu Gunsten der Gedenkveranstaltung des Vereins der Verfolgten des Naziregimes (VVN) an den Paulsplatz verlegt.

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